Schlafen

 

Die ersten Monate ist das Baby eigentlich jeden Abend und jede Nacht wach, weil es gestillt werden muss, Bauchweh hat oder einfach nicht schlafen will. Viele Eletern fühlen sich hilflos und überfordert. Über Wochen hinweg werden die meisten Mütter und Väter um ihren wohlverdienten Schlaf gebracht. Kein Wunder, denn die Kleinen haben noch keinen eigenen Tagesrhythmus. Erst mit der Zeit lernen sie, Tages- und Nachtzeiten zu unterscheiden und ihre Schlafphasen in die Nacht zu verlegen. Mit ein paar Tricks können Eltern helfen, ihrem Liebling einen Tagesrhythmus beizubringen und ihn nach einigen Monaten zum Durchschlafen zu bringen. Am besten, man führt Rituale ein, die zu bestimmten Tageszeiten regelmäßig angewendet werden. Welche Rituale man dabei übernimmt, kann jeder für sich selbst entscheiden. Die Schlafdauer über 24 Std kann von Kind zu Kind extrem unterschiedlich sein.

 

 

Die Einschlafzeit

 

Achten Sie darauf dass Ihr Kind nicht schon übermüdet ist, wenn Sie es ins Bett legen. Legen Sie es mindestens eine halbe Stunde vor der Zeit hin, zu der es normalerweise knatschig wird.

 

Es hilft auch selten, wenn man die Kinder später ins Bett bringt, damit sie morgens länger schlafen. Irgendwann um sieben bis acht Uhr abends ist die übliche Bettgehzeit. Aber auch hier gibt es große Unterschiede im Schlafbedürfnis.

 

Sollte Ihr Kind abends überhaupt nicht müde werden, kann man am ehesten den Nachmittagsschlaf etwas kürzen.

 

 

 

Einschlafrituale

 

Manche Babys werden kurz vor dem Schlafengehen gebadet. Einige schlafen nach der ermüdenden Wasserschlacht wunderbar ein, andere werden vom Plantschen erst richtig munter. Deshalb sollte man es erst mal ausprobieren, wie das Kind auf das Baden überhaupt reagiert! Auch das Singen eines Gute-Nacht-Liedes oder ein Kleiderwechsel (z. B. zieht man dem Baby einen bequemen Schlafanzug an) kann dem Kind signalisieren, jetzt ist Zeit zum Schlafengehen. Nicht günstig ist es zu viele Hilfen zu geben wie z.B. auf dem Arm einschlafen lassen , endlos herumtragen etc.

 

Das Durchschlafen

 

Trotz alledem ist es völlig normal, wenn ein Baby mehrmals in der Nacht aufwacht und noch nicht "durchschläft". Lassen Sie sich nicht zu sehr von Freunden und Bekannten verunsichern deren Kinder natürlich alle schon "durchschlafen". Denn jeder versteht etwas anderes darunter. Wenn ein Kind 6 Stunden am Stück ohne Aufwachen "durchschläft" ist das schon ganz schön viel und keineswegs selbstverständlich. Leider sind die Kinder nicht alle gleich, und man kann sich nicht heraussuchen, ob das eigene Kind "pflegeleicht" ist oder nicht. Das alles hat wahrscheinlich viel weniger mit dem eigenen Verhalten, Schmerzen, Blähungen, Füttern etc. zu tun als man meint.

 

Dennoch : Wenn Sie auch nur die geringste Sorge haben, dass Ihr Kind krank ist, Schmerzen hat oder sonst irgendwie "anders" ist, sollten Sie das Baby bei mir vorstellen. Wenn die Probleme gross sind auch wiederholt und öfters, denn nur so kommt man manchmal seltenen Krankheitszuständen auf die Spur.

 

 

 

Ungewohnter Terror

 

Ein häufiges Problem ist, dass Kinder, die bereits gelernt haben ganz ordentlich zu schlafen völlig unerwartet, meist ab dem Alter von ca. einem halben Jahr häufig aufwachen, weinen, schreien und die Nacht zum Tag machen. Zunächst sollte man natürlich genau beobachten, ob das Kind krank ist: schreit es auch tagsüber mehr als sonst?, ist der Appetit normal?, haben sich die Stühle verändert?, hat das Kind Fieber ? etc.

 

 

 

Zähne oder Hunger?

 

Nur selten sind Hunger in der Nacht oder die Zähne der Grund für die nächtlichen Probleme.

 

Aus lauter Sorge, das Kind könnte Hunger haben gewöhnt man dem Baby vielleicht nur unnötige Nachtmahlzeiten an. Eine Nachtmahlzeit sollte beim Kind über einem halben Jahr sicher genügen. Auch Zahnungsbeschwerden dauern selten länger als einige Tage.

 

 

 

Weniger ist mehr

 

Wenn Sie sich sicher sind, dass dem Kind eigentlich nichts fehlt (unter Umständen auch beim Kinderarzt anschauen lassen!), ist es Zeit zu überlegen, die Einschlafrituale genauer unter die Lupe zu nehmen. Oft stellt sich heraus, dass schon enorme Aktionen mehrmals in der Nacht ablaufen, um das Kind wieder in den Schlaf zu bringen (z.B. aus dem Bettchen holen, rumtragen, füttern, Teeflaschen geben, Licht anmachen, das Kind ins Elternbett holen usw.)

 

Hier gilt die Regel "weniger ist mehr". Je weniger Programm das Kind in der Nacht bekommt, umso schneller wird Ihr Kind wieder lernen, von alleine einzuschlafen, wenn es mal nachts aufwacht. Dass ihr Baby dieses nächtliche Verwöhnprogramm ungern von alleine aufgibt, ist natürlich nur verständlich. Reduzieren Sie also schrittweise alles, was zuviel geworden ist.

 

Wenn es schrittweise gar nicht geht, dann hilft vielleicht eine etwas konsequentere Methode:

 

 

 

“Das Schlafprogramm“

 

Dazu empfehle ich Ihnen sehr die Lektüre des Buches:

 

"Jedes Kind kann Schlafen lernen" von Annette Kast-Zahn im OB Verlag erschienen.

 

Dort wird alles genau beschrieben und erklärt, was den Rahmen dieses Merkblattes sprengen würde. Das dort beschrieben Schlafprogramm ist sicher für manche Familien zu radikal, aber auch die schrittweise Entwöhnung kann funktionieren

 

 

 

Unterstützung in der Familie

 

Sehr wichtig ist es sicherlich auch, wenn die Person, die das Kind in der Nacht am meisten betreut - das ist fast immer die Mutter - möglichst viel Unterstützung von anderer Seite bekommt. Die restliche Familie muss eben dann auch darüber hinwegsehen, wenn im Haushalt manches liegenbleibt, weil die Mutter sich vielleicht auch mal am Tag hinlegen muss, Väter können zumindest am Wochenende mithelfen. Machen Sie sich klar, dass in dieser Zeit vielleicht auch manche gewohnte Freizeitaktivitäten zurückstehen müssen. Holen Sie die Großeltern zu Hilfe usw.

 

 

 

Medikamente

 

Nicht bei allen Kindern funktioniert das Durchschlafprogramm, wie es in dem Buch "Jedes Kind kann Schlafen lernen" beschrieben ist.

 

Medikamente sind selten eine Hilfe, da pflanzliche und homöopathische Mittel leider auch nicht immer funktionieren und stärkere Schlafmittel in der Regel nicht in Frage kommen.

 

 

 

Sonstige Hilfen

 

In besonders hartnäckigen Fällen kann auch eine psychologische Beratung mit genauerer Analyse der Schlafstörung und die genaue Führung eines Schlafprotokolls notwendig werden.

 

 

 

Die Mütterberatungsstellen der Landeshauptstadt München bieten einen speziellen Beratungsservice für Kinder mit Schlafstörungen an.

 

 

 

Auch das Kinderzentrum München, Heiglhofstr. bietet eine "Sprechstunde für Schreibabys" an.

 

 

 

 

letzte Änderung 1 2016

 

 

 

Dr. Christian Haas

 

Kinder- und Jugendarzt

Allergologie Umweltmedizin

 

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alle Photos von Ulrike Froemel, Photographie