Liebe Eltern,

 

bei Ihrem Kind ist eine Hausstaubmilbenallergie festgestellt worden.

 

Allgemeines

 

Hausstaubmilben sind mikroskopisch kleine Lebewesen, die weltweit verbreitet sind. Sie leben hauptsächlich von Hautschuppen, lieben Temperaturen von 20 bis 30 Grad C und eine Luftfeuchtigkeit von über 60%. Besonders viele Milben gibt es daher im Bett, vor allem in der Matratze. Wichtige Allergieauslöser befinden sich im Milbenkot, der mit dem Hausstaub verbreitet wird.

 

Es muss nicht die ganze Wohnung saniert werden. Am wichtigsten ist die Sanierung des Bettes und des Schlaf- bzw. Kinderzimmers. Gehen Sie daher in folgender Reihenfolge vor:

 

1. Bett

Die möglichst neue Matratze sollte einen Überzug (Encasing) erhalten. Diese Überzüge verhindern, dass Hautschuppen als Nahrung für die Milben in die Matratze gelangen und Milben sowie Milbenkot aus der Matratze austreten können. Sie werden in der Regel von den Krankenkassen erstattet. Das Material der Matratze spielt eine untergeordnete Rolle, Tierhaare sollte sie allerdings nicht enthalten.

 

Zur besseren Durchlüftung Bettgestell mit Füssen ohne Bettkasten verwenden.

 

Bettdecke und Kissen sollten voll waschbar sein und mindestens alle 3 Monate bei mindestens 60 Grad gewaschen werden. Der Bettbezug aus Baumwolle alle 2 Wochen. Noch besser, aber nicht dringlich erforderlich sind milbendichte Überzüge, die ebenfalls regelmäßig gewaschen werden müssen.

 

Morgens das Bettzeug gut lüften

 

Alle Betten im gleichen Raum sollten genauso saniert werden (Geschwister).

 

Kuscheltiere (ein bis zwei genügen) sollten ab und zu gewaschen werden.

Alternativ Wäschetrockner über 60 Grad oder Tiefkühltruhe für 1-2 Tage und dann bei niedriger Temperatur waschen (erst Milben abtöten, dann Milbenreste und Kot auswaschen)

 

2. Schlaf- bzw. Kinderzimmer

Die Räume müssen gut durchlüftet werden, vor allem in neueren gut isolierten Häusern: am besten 3-4 mal täglich für 5-10 Minuten Stoßlüften. Die Luftfeuchtigkeit sollte bei 45-55 % liegen.

 

Teppichböden sind ungünstiger als wischbare Böden, müssen aber nicht entfernt werden (häufiges Saugen).

 

Beim Putzen möglichst wenig Staub aufwirbeln. Viel wischen (nicht zu feucht) und Saugen.

 

Staubfänger reduzieren (wie offene Regale oder schwere Vorhänge).

 

Keine Pflanzen im Schlafbereich (Luftfeuchtigkeit, Schimmelpilze).

 

Keine Haustiere im Kinderzimmer.

 

3. Übrige Wohnung:

Nur bei hochgradiger Allergie Ausdehnung der Maßnahmen auf die ganze Wohnung.

Polstermöbel aus Leder bevorzugen. 

In der Wohnung nicht Rauchen.

 

4. Sonstiges: 

Urlaub: Ab 1000 m Höhe nimmt die Mibenzahl deutlich ab und die Allergie spielt keine wesentliche Rolle mehr. Evtl. eigene Milbenbezüge mitnehmen.

Milbenabtötende Mittel (Acarizide) erreichen nur die Oberfläche, sie werden nicht, allenfalls nur als ergänzende Maßnahme empfohlen.

In Zweifelsfällen kann die Milbenbelastung in der Wohnung mit einfachen Tests (Acarex, Dustscreen) bestimmt werden.

 

letzte Änderung 5/2016

 

Dr. Christian Haas

 

Kinder- und Jugendarzt

Allergologie Umweltmedizin

 

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alle Photos von Ulrike Froemel, Photographie