Informationen und Empfehlungen bei Fieberkrämpfen

 

Liebe Eltern,

 

Ihr Kind hatte einen Fieberkrampf. Dies ist ein sehr beunruhigendes Ereignis. Dennoch:

Fieberkrämpfe ...

- sind so gut wie nie lebensgefährlich

- hören meist von alleine auf

- hinterlassen keine Hirnschädigungen

- "wachsen sich meist aus"

 

Ein Fieberkrampf ist ein epileptischer Anfall, der im Säuglings- und Kleinkindesalter auftritt und mit Fieber verbunden ist, ohne Hinweise auf eine Infektion des Gehirns oder eine andere Gehirnerkrankung/Fehlbildung.

 

Betroffen sind bis 5 % aller Kinder. Fieberkrämpfe treten in der Regel im Alter zwischen 6 Monaten und 4 - 5 Jahren auf, am häufigsten im 2. Lebensjahr. Bei bis zu 40% der Kinder liegt eine familiäre Belastung für Fieberkrämpfe vor. Etwa ein Drittel der Kinder erleiden mehr als einen Fieberkrampf, d.h. bei 70% bleibt es bei einem Fieberkranpf. Das Epilepsierisiko für später beträgt nach Fieberkrämpfen nur 2-4%.

 

Nach einem Fieberkrampf sollte unmittelbar die Fieberursache geklärt werden und vor allem eine Hirnhautentzündung ausgeschlossen werden. Dies ist besonders wichtig bei Kindern unter 18 Monaten, bei denen relativ großzügig auch eine Untersuchung der Rückenmarksflüssigkeit durchgeführt wird (Lumbalpunktion). Diese Entscheidung kann nur ein erfahrener Kinderarzt treffen. Nach dem ersten Fieberkrampf kann bei komplizierten Verläufen oder Begleitumständen eine EEG-Untersuchung (Messung der Hirnströme) zum Ausschluss einer besonderen Krampfneigung notwendig werden. Dies hat jedoch Zeit und ist nicht bei jedem ersten Fieberkrampf notwendig. Meist ist das EEG normal.

 

Die früher empfohlene konsequente Fiebersenkung scheint nach neueren Erkenntnissen leider nicht in der Lage zu sein, Fieberkrämpfe zu verhindern.

Das Fieber darf also gesenkt werden, muss aber nicht andauernd unterdrückt werden, weil auch so Fieberkrämpfe leider nicht seltener auftreten.

 

Sollte ein erneuter Fieberkrampf (Zuckungen, Atemstillstand, Bewusstseinsverlust über 2 Minuten Dauer) auftreten, sollten Sie eine Diazepam Rektiole rektal verabreichen (z.B. Diazepam Desitin 5mg (bis 4 Jahre), 10 mg (ab 4 Jahre); beim Rausziehen zusammengedrückt halten). Damit wird der Fieberkrampf rasch unterbrochen.

Sollte ein Anfall länger dauern, Arzt/Notarzt verständigen.

 

letzte Bearbeitung 8 2014

 

 

 

 

 

Dr. Christian Haas

 

Kinder- und Jugendarzt

Allergologie Umweltmedizin

 

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